ITB 2018: Was Hotels von Technolgiekonzernen lernen können und warum technologische Innovationen allein nicht wichtig sind.

So das war also die ITB. Neben dem Sammeln und Verteilen von Visitenkarten, gerne auch digital im ITB Marketplace, geht es in Berlin ja auch irgendwie um die Zukunft. Genauer gesagt um die Zukunft des Tourismus.

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Einziges Ziel: Mehr Touristen?

Dabei stand auch die Frage im Raum was denn passiert, wenn das Ziel unserer Bemühungen nach „mehr Touristen“ erreicht wird, denn sind nun plötzlich zu viele Gäste gleichzeitig am gleichen Ort, geht es darum diese Gäste zu verteilen – sie zu leiten. Bei diesen und anderen großen Herausforderungen wirkt es fast so als ob die technische Entwicklung nicht schnell genug ginge.

Es scheint, dass Künstliche Intelligenz, lernende Maschinen in der Blockchain, Algorithmen all diese Herausforderungen lösen könnten. Sicher ist, dass hier vor allem ein großer Markt für Technologie-Investitionen entsteht.

Dabei scheinen wir zu vergessen, dass die besten Technologiekonzerne, wie z.B. Google, und Booking, vor allem deshalb so erfolgreich sind, weil sie sich stets die folgende Frage stellen:

Gibt es nicht einen besseren, einfacheren Weg?“ (Minute 6:34) Wie können wir die Erfahrung für unsere Nutzer verbessern?

Das hat oft auch etwas mit technologischem Fortschritt zu tun. Googles größte Revolution war aber, neben dem neuartigen Algorithmus, vor allem auch seine radikal simple Website, die sich auf das wesentliche konzentriert: das Suchfeld und die Präsentation relevanter Antworten, zugeschnitten auf die Anfragen seiner Nutzer. Google und Booking haben dadurch unsere Erfahrung der „Suche“ und „Buchung von Unterkünften“ revolutioniert.

Insellösungen & Technologieglaube

Wünscht man sich bloß „mehr Touristen“, findet man auf der ITB technologische Insellösungen und die Strukturen einer klassischen Vertriebsmesse : Softwareanbieter hier, PR-Agenturen dort, Revenue Management Consulting drei Hallen weiter. Mehr Daten, mehr Gäste, Zeit sparen, Kosten senken – alles kein Problem. Aber bitte getrennt voneinander. „Wir betreiben klassische PR“ (Aussage einer Agentur-Angestellten).

Dabei vergessen wir, dass Kategorien und Unterscheidungen, wie Sie auf der ITB getroffen werden immer weniger mit der täglichen Realität zu tun haben und deshalb wenig sinnvoll sind. Warum?

  • Softwareanbieter werden zu Unternehmensberatern und
  • Destinationsmanagementorganisationen entwickeln Erlebnisse
  • Revenue Management Agenturen entwickeln Cloud-Software
  • AirBnbB listet Boutiquehotels

Das Resümee der ITB: Die Grenzen verschwimmen.

Handlungsempfehlung

Entscheidend ist, ähnlich wie die erfolgreichen Technologiekonzerne zu denken und das Erlebnis der Nutzer bzw. Gäste ins Zentrum zu rücken und dabei moderne Mittel und Wege zu finden diese Erlebnisse und Erfahrungen relevant und effizient umzusetzen.

Für große Unternehmen ist dabei Technologie die Möglichkeit Erlebnisse im großen Maßstab und hoher Zahl und Standardisierung zu personalisieren.

Mit ihrem Wissen über das Verhalten und die Gewohnheiten von Stammgästen verfügen Kleinbetriebe über eine Datenqualität, von denen Großbetriebe nur träumen.

Die Frage ist also nicht, welche Technologie die Zukunft bringt, sondern wie wir uns als Beherbergungsbetrieb oder DMO wieder öfter fragen:

Welche Leistungen machen wirklich einen Unterschied für unsere Kunden aus?

Wie schaffen wir Rahmenbedingungen für relevante Erlebnisse?

Unter dem Gesichtspunkt dieser beiden Fragen, trifft man auf der ITB auf viele innovative Technologieanbieter, die einem bei der effizienten Umsetzung und Organisation relevanter Erlebnisse unterstützen können.

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