E-Tourismus: Welche Software nutzen österreichische Beherbergungsbetriebe?

Beim Zimmerverkauf ist es mittlerweile fast so: Wer nicht 24 online ist, Anfragen beantwortet und den Mitbewerb beobachtet, der hat leicht das Nachsehen. Durch die Nutzung von Software und Internetdiensten, in der „Cloud“ lässt sich schnell viel Zeit einsparen. Durch die schnellere Reaktion auf Gästeanfragen oder Rückmeldungen kann die Auslastung und der Erfolg Ihres Hauses gesteigert werden. Das Problem dabei: Die Auswahl, Komplexität und der Funktionsumfang der angebotenen IT-Lösungen steigt täglich. Außerdem gilt es noch „nebenbei“ einen kostendeckenden Beherbergungsbetrieb zu führen.

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Die Online-Befragung zur Ertragsmanagement-Studie 2017 lief vom 20.12. 2017 bis zum 02.02. 2018. Die Einladung zur Teilnahme an der Studie erhielten alle Beherbergungsbetriebe, die auf der Plattform holidaycheck.at gelistet sind

Seit der „Status-Quo Erhebung  E-Tourismus Situation in Österreich“ von Prof. (FH) Mag. Christian Maurer aus dem Jahr 2012 und der „Studie zur Nutzung von Technologien in der Hotellerie“ , die die ÖHV 2016 unter Ihren Mitgliedern durchgeführt hat, gibt es damit wieder einen aktuellen Lagebericht zum Technolgieeinsatz von Beherbergungsbetrieben.

Insgesamt haben 1.055 Betriebe an der Befragung teilgenommen. Die daraus entstandene Masterarbeit kann hier bei Researchgate heruntergeladen werden. Weitere Ergebnisse der Arbeit poste ich auf diesem Blog.

Welche Software und Internetdienste nutzen Beherbergungsbetriebe in Österreich?

Software Einsatz österreichischer Beherbergungsbetriebe
Für Vollbild bitte auf das Bild klicken!

Die Frage beantworteten 980 österreichische Beherbergungsbetriebe.

Die wichtigste Software für Beherbergungsbetriebe im digitalen Vertrieb

Diese Software kann entweder lokal im Beherbergungsbetrieb installiert werden oder über einen Internetdienst in der Cloud genutzt werden. Der Anbieter verrechnet dann eine monatliche Nutzungsgebühr.

Zimmerverwaltung/Front Office System: Das System zur Verwaltung der operativen Zimmervermietung wird auf Englisch sehr treffend Property Management System (PMS) genannt.

Web Booking Engine: Die Buchungsmaske zur Direktbuchung auf der eigenen Webseite. Der Funktionsumfang reicht von der einfachen Datumseingabe bis hin zum personalisierten digitalen Up-Selling von Zusatzleistungen.

Channel Manager: Verbindet die Zimmerverwaltung mit der Web Booking Engine und sorgt dafür, dass nach einer Buchung sofort die Verfügbarkeiten in allen Vertriebskanälen aktualisiert werden. Der Channel Manager ist das Herzstück im digitalen Vertrieb! Achtung: Nicht alle Channel-Manager funktionieren mit allen Systemem zur Zimmerverwaltung!

Online-Reputationsmanagement: Hier geht es vor allem darum, die Gästebewertungen auf den verschiedenen Plattformen auf einem Bildschirm bequem überblicken zu können, um bei Bedarf schnell und leicht zu reagieren. Wichtig ist aber auch – vergleichbar mit der analogen Pressebeobachtung – zu wissen, wann und wo der eigene Betrieb oder bedeutende Stichwörter online aufscheint. Nur so können Sie sich bei Bedarf am Gespräch beteiligen oder die Urheber kontaktieren um sicher zu gehen, dass sie auch so wahrgenommen werden, wie Sie das möchten.

Kundenbindungsmanagement: Der Umfang von CRM-Software reicht von der einfachen Datenbank bis hin zum komplexen Softwaretool zur Überwachung und Planung der Gästekommunikation.

Automatisierte Preisbeobachtung: Beim Rate Shopping wird die Preisgestaltung ausgewählter Mitbewerber bei verschiedenen Vertriebskanälen beobachtet und aufgezeichnet. Ihr Mitbewerber lässt die Preise purzeln – mit diesen Onlinetools erfahren Sie es zuerst.

Revenue- & Yieldmanagementsystem: ist oft als Zusatzpaket zu bestehender Software verfügbar oder aber auch als eigenständiger Online-Dienst, sowie in Kombination aus Software- und Beratungsleistung. Der Funktionsumfang reicht von der Automatisierung von einfachen Preisregeln (Mindestaufenthalte, Zuschläge,…) bis zum Kalender mit automatischen Preisvorschlägen, basierend auf der jeweiligen Auslastung und der Nachfrage in der Region.

Die 3 Stufen der E-Tourismus Fitness

Zur Bewertung des Software-Einsatz, habe ich drei Stufen der E-Tourismus Fitness erstellt. Das bedeutet nicht, dass jeder Betrieb unbedingt alle der oben erwähnten Softwarelösungen einsetzen muss. Diese Einteilung soll aber einen Überblick bieten, in welcher Reihenfolge die Investition in neue Software oder Internetdienste Sinn macht.

Die automatische Preisbeobachtung (Stufe 3) ist z.B. wenig hilfreich, wenn die eigenen Preise noch händisch bei den verschiedenen Vertriebskanälen eingegeben werden.

So verbessern Sie Ihre E-Tourismus Fitness

Alles beginnt mit einer guten PMS-Software zur Zimmerverwaltung. Die Software ist das Herzstück Ihres Betriebes und zeigt Ihnen jederzeit den Belegungsplan der Zimmer an.

Achtung: Mit diesem 1. Baustein bestimmen Sie wie und welche der weiteren Bausteine problemlos hinzugefügt werden können. Nicht jede Zimmerverwaltung ist mit jedem Channel-Manager kompatibel! Und nicht jeder Channel Manager funktioniert mit jedem Yield Management System! Einge Anbieter von Revenue Management Beratung bieten z.B. Beratung und Channel-Manager Software aus einer Hand an! Zu bedenken ist auch, dass jede Software automatisch „gut eingefahrene“ Betriebsabläufe verändert. Während Mitarbeiter an der Rezeption zum Beispiel bestimmte Funktionen besonders schätzen sind für die Inhaber vielleicht gewisse statistische Auswertungen wichtig.

Denken Sie nicht nur an Software, sondern auch an die internen Betriebsabläufe und Ihre wichtigsten Vertriebskanäle! Das ist das neue Verständnis von RM.

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